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Mitarbeiter Engagement in der Praxis: Im Gespräch mit Pini Swiss Engineers

By Januar 28, 2014Allgemein

Als Chef muss man die Menschen lieben

 

Für Olimpio Pini machen kleine, aber feine Unterschiede in der Führungsphilosophie und -praxis sehr viel aus. Den Gedanken erläutert er anhand eines Wortspiels. Als Unternehmen könne man mit den Mitarbeitern durch den Führungsstil unterschwellig kommunizieren: Der Mensch ist bei uns im Mittelpunkt. Oder  «Der Mensch ist Mittel. Punkt.» An der Satzstruktur, der Grammatik und der Wortwahl ändere sich von aussen betrachtet zwar wenig, dennoch sei es ein gewaltiger Unterschied, der das Sinnverständnis, die Gemütslage und die Motivation der Mitarbeiter komplett umdrehe. Pini ist überzeugt, dass  das Wohlbefinden der Mitarbeiter eng an den Erfolg des Unternehmens gekoppelt ist. Daher sei es unerlässlich, in seine Belegschaft stark zu investieren.

Die Aussagen stammen nicht etwa vom Head of Human Resources, wie man  es vielleicht erwarten würde. Pini ist studierter Ingenieur mit ETH-Abschluss und Managing Director bei Pini Swiss Engineers. Im Gespräch sticht vor allem seine Begeisterung für die vielen verschiedenen Persönlichkeitstypen in seiner Firma hervor. Zeitweise könnte man schon fast den Eindruck gewinnen, er spreche von einer grossen Familie.

Olimpio Pini, Managing Director bei Pini Swiss Engineers. Die Pini-Familie hat dann auch die Führungsphilosophie der Firma in zwei Generationen stark geprägt. Gegründet in den Fünfzigerjahren von Olimpio Pinis Vater, Luigi Pini, ist die Firma mit Sitz im Ticino bekannt für die Umsetzung von ingenieurtechnischen Grossprojekten in den Bereichen Schienen- und Strassenbau, Tiefbau, Geotechnik, Spezialbauten und Gebäude. Trotz der Pensionierung von Vater Luigi Pini ist der Gründergeist noch stark in der Unternehmenskultur verankert. So findet man beispielsweise auf der Firmenwebsite ein Video, in dem Luigi Pini, auf einem Charles Eames Designersessel beim Kaminfeuer sitzend, seine persönliche Motivation kundtut: «Durch unsere Arbeit realisieren wir die Visionen der Öffentlichkeit und verbinden sie mit dem Leben der Bürger. Wir tragen daher eine grosse Verantwortung, welche bedingt, dass wir mit äusserster Sorgfalt handeln.»

Doch was sind die sinnvollen Investitionen, die letztendlich zu einer zufriedenen Belegschaft führen? Für Pini ist zentral, dass sich seine Angestellten stetig weiterentwickeln könnten, was durch diverse Aus- und Weiterbildungen ermöglicht wird. Auch legt er Wert auf die regelmässige Durchführung von sportlichen und sozialen Aktivitäten, um das Zusammengehörigkeitsgefühl bei den Mitarbeitenden auch ausserhalb des Joballtags zu stärken. «Die Menschen sind die Spieler eines Unternehmens und müssen ein gutes Team bilden», so Olimpio Pini. Einen Apéro für die Mitarbeitenden zu veranstalten, sei auf den ersten Blick vielleicht etwas Banales. Aber man dürfe dessen Wirkung nicht unterschätzen, rege es doch die Mitarbeiter an, sich untereinander auszutauschen – auch über Dinge, die nichts mit der Arbeit zu tun haben. «Denn es sind schlussendlich Kleinigkeiten, die ein Team zusammenschweissen und zu grossartigen Leistungen antreiben.» Sein Führungsansatz scheint zu funktionieren: Pini Engineers wurde schon mehrmals als «Best Company to Work for» ausgezeichnet, unter anderem auch 2013.

Sind also Weiterbildungsmöglichkeiten, sportliche Aktivitäten und Apéros  der Schlüssel zum Erfolg? Nicht nur. Das Geheimnis, so Pini, liege tiefer: «Als Chef muss man die Menschen lieben, die man bei sich hat. Daraus folgt dann alles Weitere.»

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